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Nachruf Prof. Dr. Dieter B. Kapp (15.2.1941 - 2.11.2021)

 

Am 2. November 2021 ist Prof. Dr. Dieter B. Kapp im Alter von 80 Jahren in einem Kölner Krankenhaus verstorben.

Kapp wurde 1941 in Heidelberg geboren, wo er auch seine gesamte Schul- und Studienzeit verbrachte. Nach dem 1960 abgelegten Abitur am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium studierte er neben klassischer (Sanskrit, Pali und Prakrit) und moderner (Hindi, Urdu und Tamil) Indologie auch Klassische Philologie, Indogermanistik, Ägyptologie, Altorientalistik und Islamwissenschaft. 1971 wurde er an der Universität Heidelberg zum Dr. Phil. in den Fächern Indologie, Islamwissenschaft und Moderne Sprachen und Literaturen Indiens promoviert. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent habilitierte er sich1980 ebendort.

Von 1983 bis 1988 war Kapp Inhaber eines Heisenberg-Forschungsstipendiums der DFG. Zudem hatte er von 1985 bis 1986 eine Gastprofessur im Fach Ethnologie an der Universität München inne. 1989 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Heidelberg ernannt. 1989 erhielt er nochmals eine Gastprofessur im Fach Ethnologie, dieses Mal an der Freien Universität Berlin. Von 1990 bis 2006 war Kapp Universitätsprofessor und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Indologie und Tamilistik der Universität zu Köln.

Während seiner gesamten Lehr- und Forschungstätigkeit setzte Kapp sich vor allem für die von der Indologie bis vor nicht allzu langer Zeit noch weitestgehend vernachlässigten Südindien-Studien (insbesondere Tamil) ein und für ethnographische, kulturwissenschaftliche und philologische Studien indischer Stammesgesellschaften, allem voran der Kurumba-Völker in der Nilgiri-Region des westlichen Tamil Nadus.

Unter Kapps Leitung blühten auch in Köln die 1964 von Klaus-Ludwig Janert dort begründeten Tamilstudien wieder auf. Insbesondere sorgte Kapp auch für die Erweiterung der bedeutenden Tamil-Bibliothek des Kölner Instituts.

Unter Kapps zahlreichen Publikationen stechen vor allem zwei thematische Gruppen heraus. So verfasste er zum einen zahlreiche Übersetzungen aus den modernen Hindi- und Tamil-Literaturen, darunter insbesondere Kurzgeschichten und moderne Lyrik. Seine Übersetzungen zeichnen sich durch stilistische Höhe und hervorragende Lesbarkeit in der Zielsprache Deutsch aus, wodurch er die indischen Literaturen auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen wusste. Zum anderen bemühte er sich in beispielhafter Weise um die Dokumentation mehrerer vom Aussterben bedrohter Stammessprachen sowie kultureller Inhalte aus indischen Stammeskulturen.

Kapp hatte seit 1974 während zahlreicher Reisen und Feldforschungsaufenthalten in verschiedenen Gegenden Indiens audiovisuelle Materialien gesammelt – in Form von Tonbandaufnahmen und Diapositiven. In mühevoller Arbeit transkribierte er die Tonaufnahmen, studierte die jeweilige Sprache und fertigte Übersetzungen und Studien der Texte an. Auf diese Weise erschloss und bewahrte er vor allem Sprachen und kulturelle Grundlagen der verschiedenen Kurumba-Völker, die in den Nilgiri-Bergen Südindiens zuhause sind. Dabei bemühte er sich nicht nur darum, einem westlichen, akademischen Publikum die Ergebnisse seiner Arbeiten in Form von Publikationen vorzulegen. Vor seinen letzten Indienreisen (2014 und 2017) sorgte er für die Digitalisierung der Tonaufnahmen und brachte diese in Form von Audio-CDs zu den Kurumba-Stämmen in Südindien zurück. Damit ermöglichte er dort einer jungen Generation, die alten, traditionellen Erzählungen direkt aus dem Munde ihrer Großväter zu hören. In mindestens zwei Fällen waren die traditionellen Schöpfungsmythen inzwischen mit dem Tod der älteren Generation verloren gegangen und wurden so erst durch Kapps Aktivität dem Stamm zurückgegeben – eine bemerkenswerte ethnographische Interaktion.

Dieter B. Kapp bleibt in Erinnerung als unermüdlicher interdisziplinärer Forscher, der es hervorragend verstanden hat, Indologie, Ethnologie und Folkloristik zu verbinden, Licht zu werfen auf bis dato recht unbekannte Kulturen und Literaturen Indiens, und der durch zahlreiche attraktive Publikationen Facetten der historischen und modernen indischen Geisteswelt auch einem breiteren Publikum bereitgestellt hat.


 

Prof. Dr. Ulrike Niklas erhält rückwirkend den Classical Tamil Award 2017

Das Central Institute of Classical Tamil (Chennai, Indien) hat am 28.09.2021 den „Kalaignar M. Karunanidhi Classical Tamil Award“ rückwirkend für die Jahre 2010-2019 vergeben. Ulrike Niklas erhält den Award für 2017 aufgrund ihrer herausragenden Forschung im Bereich des klassischen Tamil. Der Award wurde im Jahre 2009 von M. Karunanidhi, dem ehemaligen Chief Minister Tamil Nadus, über eine Stiftung aus dem Vermögen der Karunanidhi-Familie generiert. Er besteht aus einem Scheck von 10 Lakh indischer Rupien (ca. 11.600 €), einer Urkunde und einer Bronzebüste Karunanidhis.

 


 

Spenden für Fortführung der Tamil-Lehre

Das Institut SASOA hat im Juli und September 2021 großzügige finanzielle Unterstützung erhalten: Die von M.K. Stalin geführte, neue DMK-Regierung des Bundesstaates Tamil Nadu hat dem Institut im Juli 141.096,93 € zugewiesen. Im September hat die europäische Initiative „Europe Tamilargal“ nach einer mehrmonatigen Fundraising-Kampagne zusätzlich 25.936,76 € beigetragen. Somit kann die von Tamil Chair Inc. (USA) im Jahre 2019 initiierte Mitarbeiterstelle für Tamil-Lehre weitergeführt und um ein weiteres Jahr – bis März 2023 – verlängert werden.

 


 

Unterstützung des Instituts durch „Europe Tamilargal“

Inspiriert durch „Tamil Chair Inc.“ (USA) hat sich die europäische Initiative „Europe Tamilargal“ gegründet, um zur Unterstützung des von der Schließung im Jahre 2022 bedrohten Kölner Instituts beizutragen. Dies zeigt einmal mehr, wie sich die internationale Tamil-Diaspora um die akademische Forschung und Lehre ihrer Sprache und Kultur bemüht.

 


 

Prof. Ulrike Niklas erhält den “K. Veeramani Award for Social Justice”

 

Auf der Tagung "Humanism and Self-Respect", die vom 21.-22.10.2019 in Silver Sring, MD, USA stattfand und von der American Humanist Association und Periyar International organsiert wurde, erhielt Prof. Ulrike Niklas den “K. Veeramani Award for Social Justice” für ihr Lebenswerk.

Der “K. Veeramani Award for Social Justice” wurde von außerhalb Indiens lebenden Anhängern Periyar E. V. Ramasamis, eines der bedeutendsten Sozialreformatoren Indiens, zu Ehren seines Schülers Dr. K. Veeramani geschaffen. Der Preis trägt den Namen Veeramanis, um an dessen Beiträge für die Schaffung eines Bewusstseins für soziale Gleichheit und an seinen Kampf gegen Unterdrückung der Menschenwürde zu erinnern. Dieser internationale Preis wird jählich an Personen oder Institutionen vergeben, die bedeutend zur Schaffung sozialer Gerechtigkeit beigetragen haben. Der Preis erkennt einzelne Aktionen und Lebenswerke an, die zur Befreiung gesellschaftlicher Schichten von Unterdrückung beigetragen haben.

Zu den früheren Preisträgern gehören V.P. Singh (ehem. Premierminister Indiens), Chadrajit Yadav (ehem. Union Minister Indiens), B.S.A. Swamy (ehem. Richter am Andra High Court, Hyderabad) und Kalaignar M. Karunanidhi (ehem. Chief Minister, Tamilnadu, India).

 


 

Indische Botschafterin zu Besuch

Am 11.07.2019 besuchten die indische Botschafterin Mukta Dutta Tomar und First Secretary Rajesh Gawande das Institut SASOA. Nach einer kurzen Führung sprachen sie mit Frau Prof. Ulrike Niklas, Dr. Claudia Weber und Sven Wortmann über die Geschichte und gegenwärtige Situation des Institutes.
 


 

10th International Conference on Tamil Studies, Chicago

Vom 4.-7- Juli 2019 war Prof. Ulrike Niklas zu Gast auf der 10th International Conference on Tamil Studies, organsiert von der International Association of Tamil Research (IATR), der Federation of Tamil Sangams of North America (FeTNA) und Chicago Tamil Sangam (CTS).
 


 

Projektförderung durch „Tamil Chair Inc.“

Die US-amerikanische Organisation „Tamil Chair Inc.“ gewährt dem Institut SASOA eine großzügige Projektförderung. Damit wird für drei Jahre eine volle wissenschaftliche Mitarbeiterstelle für das Lehrforschungsprojekt „Tamil as Foreign Language (TaFL)“ finanziert. TaFL startet im Juni 2019 und dient der Entwicklung und Lehre eines modernen Tamil-Curriculums nach Maßgabe des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ und ist somit ein Meilenstein in der Fremdsprachdidaktik der Südasienstudien.

Die Stiftung ist entstanden durch die Kooperation von „Tamil Chair Inc.“, vertreten durch Dr. V. Janakiramam, Dr. S. Ilangovan und Dr. S. Sambandam, mit der Universität zu Köln, vertreten durch Prodekan Prof. Schröder und Prof. Ulrike Niklas.

 

Prof. Dr. Ulrike Niklas erhält Tamil Grammar Award

Die Regierung des indischen Bundesstaates Tamil Nadu und die Tamil Sangam Madurai verleihen in einer jährlichen Zeremonie, die im Zusammenhang mit dem tamilischen Neujahr am 14.4. steht, Preise für herausragende Leistungen im Bereich der Tamil-Sprache und Tamil-Studien. In diesem Jahr erhielt Prof. Dr. Ulrike Niklas vom Institut für Südasien- und Südostasien-Studien (SASOA) der Universität zu Köln den Tamil Grammar Award (Tamil Ilakka Viruntu), überreicht vom Ministerpräsidenten Tamil Nadus am 5.4.2018.

Konferenz über das Periyar Self-Respect Movement an der UzK

Vom 27.-29. Juli 2017 fand die erste internationale Konferenz über das Periyar Self-Respect Movementan der UzK statt, organsiert vom Institut für Südasien- und Südostasien-Studien der UzK und Periyar International. Über hundert Teilnehmende aus Indien, den USA, Deutschland, Frankreich und England hielten Vortäge und diskutierten über Themen wie Soziale Gerechtigkeit, Rationalismus und Gender in Südasien. In diesem Rahmen wurden die ersten deutschen Übersetzungen des Buches "God and Man" von E.V. Ramasamy "Periyar" (übersetzt von Dr. Claudia Weber) und eine Kurzbiographie über E.V. Ramasamy Periyar (übersetzt von Sven Wortmann) vorgestellt. Die Konferenz erhielt beträchtliches Medienecho in indischen Zeitungen und Social Media.

Participation at the State Conference of Dravidar Kazhakam

 

In March 2016, Prof. Dr. Ulrike Niklas and Sven Wortmann attended the Dravidar Kazhakam State Conference on "Eradication of Caste-Untouchability" in Trichy, Tamil Nadu. As a distinguished guest, Prof. Niklas was given the first copy of a book, published on that occasion. Sven Wortmann was honoured with a shawl by Dr. K. Veeramani. Both held a short welcome address.

 

Official Inauguration of SASOA KURAL CENTRE at Cologne University, Germany

As Prof. Ulrike Niklas announced in the Thirukkural International Conference (7.-9.1.2016) at Alakappa University, Karaikkudi, Tamil Nadu (India), a Thirukkural study centre will be opened on Pongal Day 2016 at the Institute of Southasian and Southeast-Asian-Studies (SASOA) of Cologne University, Germany. The centre will carry the name SASOA KURAL CENTRE. It will be dedicated to the academic study and promotion of Thirukkural and it will be open to all students of SASOA, and to everbody interested. Regular classes will be cunducted once in a fortnight. It is planned to invite international experts on Thirukkural for special one-week-courses once a year.